Medizinische Fachbeiträge

Was ist Bradykardie und wie wird diese mit der Puls-Arrhythmie-Erkennungs-Technologie (PAD-Technologie) von aponorm® by microlife diagnostiziert?

Bradykardie ist der medizinische Begriff für eine erniedrigte Herzfrequenz. Die Herzfrequenz muss in einem bestimmten Bereich liegen, um einen physiologischen Blutdruck sowie die Blutversorgung der Organe zu gewährleisten.

A. Definitionen und Einschränkungen

Es existieren verschiedene medizinische Definitionen für Bradykardie. Die meisten Definitionen zur Bradykardie beziehen sich auf eine Pulsfrequenz unter 60 [Schläge/Minute]. Einige medizinische Richtlinien geben eine Pulsfrequenz unter 55 [Schläge/Minute] oder 50 [Schläge/Minute] als Definition einer Bradykardie an.

Die möglichen klinischen Symptome einer Bradykardie sind abhängig von Eigenschaften der jeweils betrachteten Patientengruppe. Dies stellt ein Grund für die unterschiedlichen Definitionen dar.

B. Ursachen

In den meisten Fällen sind Bradykardien durch eine der drei nachfolgend genannte Ursachen bedingt:

1. Kardiovaskuläre Störungen

Eine niedrige Herzfrequenz kann verschiedene kardiovaskuläre Erkrankungen als Ursache haben, die:

  • kardialen Ursprungs (z. B. Sinusknotensyndrom, kardiale Blockaden) oder

  • extrakardialen Ursprungs (z. B. vegetative Regulationsstörungen) sein können.

2.Medikation

Eine Bradykardie kann durch eine Reihe von Medikamenten ausgelöst werden. Einige dieser Medikamente werden bei der Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt (z. B. ß-Rezeptorblocker).

3. Trainingsgewöhnungseffekte

Sehr starkes Ausdauertraining kann zu einem deutlich erhöhten Herzschlagvolumen (z. B. bei Rad -Leistungssportlern) führen und diese ist oft mit einer kardialen Bradykardie verbunden. In diesem Fall ist die physiologische Anpassung durch den Trainingseffekt für die Bradykardie verantwortlich.

C. Bradykardie-Diagnose mit PAD-Technologie

Die PAD-Technologie ermöglicht eine Bradykardie-Diagnose, falls diese während der zugrunde liegenden Blutdruckmessung vorliegt. Alle während der oszillometrischen Messung gemessenen Pulsperioden werden mit einem hochentwickelten S/W-Modul bezüglich einer Erkennung und Bewertung von Auffälligkeiten analysiert.

Dieses Verfahren überprüft automatisch, ob die gemessenen Pulsschläge statistisch gleich oder niedriger als die so genannte Bradykardie-Separations - Pulsfrequenz PFBDS sind. Diese ist definiert als:

PFBDS/[Schläge/Minute]=49 [Schläge/Minute].

Die Bradykardie-Separations - Pulsfrequenz von 49 [Schläge/Minute] ist aus bestimmten Gründen bewusst kleiner gewählt als z. B. 55 [Schläge/Minute].

1. Hohe Spezifität der PAD-Technologie zur Bradykardie-Erkennung

Die PAD-Technologie von aponorm® by microlife besitzt eine außergewöhnlich HOHE SPEZIFITÄT bei der Erkennung von Puls-Arrhythmien. Damit wird die Anzahl der falschen Arrhythmieerkennungen soweit wie möglich reduziert.. Aufgrund der gewünschten hohen Spezifität dieser Technologie muss die Erkennung für eine Bradykardie aus einem hinreichend erniedrigten Grenzwert gewonnen werden.

Mit der gewählten Begrenzung auf 50 [Schläge/Minute] wird eine sehr hohe Spezifität erreicht. Das bedeutet, dass die Mehrzahl der Patienten, bei denen mit der PAD-Technologie eine Bradykardie diagnostiziert wird, zu diesem Zeitpunkt tatsächlich an einer entsprechenden Bradykardie leiden.

2. Medikationsbedingte Bradykardien

Bestimmte Medikamente im Rahmen der Behandlung der arteriellen Hypertonie (z. B. ß-Rezeptorantagonisten) sowie eine große Anzahl anderer Medikamente können als Haupt- oder Nebenwirkung zu einer Verringerung der Pulsfrequenz führen. Bei vielen Patienten treten bei einer Pulsfrequenz zwischen 60 [Schläge/Minute] und 50 [Schläge/Minute] (noch) keine bedeutenden unerwünschten Nebenwirkungen auf. Wenn die Pulsfrequenz jedoch unter 50 [Schläge/Minute] fällt, wird dies zweckmäßig z. B. mit der PAD-Technologie angezeigt, da in diesem Bereich klinische Symptome zunehmend auftreten können.

3. Bradykardie aufgrund einer Trainings - Anpassung

Bei (Leistungs-) Sportlern kann eine Bradykardie aufgrund einer Anpassung der Herzfrequenz an den erhöhten Trainingsgrad auftreten. Eine graduelle Erniedrigung der Ruhe - Pulsfrequenz im Bereich zwischen 50 [Schläge/Minute] und 60 [Schläge/Minute] stellt für diese Gruppe keine pathologische Erniedrigung dar. Zu niedere Ruhe ? Pulsfrequenz ? Werte, z.B. unter 50 [Schläge/Minute] können jedoch auch hier mit klinischen Symptomen verbunden sein, und werden deshalb mittels der PAD Technik angezeigt.

Forschungsinstitut für klinische Medizintechnik
Silberhälden 6
D-71732 Tamm

Tamm, 13. Juli 2005

Nach oben

Hoher Blutdruck sollte zu Hause gemessen werden

Einfache Tipps von aponorm® zur Auswahl eines Messgeräts und zur Selbstmessung

Nach Angaben einer neuen Studie hat jeder dritte Amerikaner zu hohen Blutdruck. Es befinden sich z. Z. also 65 Millionen Amerikaner in potentieller Lebensgefahr, das bedeutet einen Anstieg um 30 % in den letzten 10 Jahren. Fachleute sind der Meinung, dass jeder, der unter Bluthochdruck leidet, seinen Blutdruck regelmäßig zu Hause kontrollieren sollte. Die Auswahl eines leicht zu bedienenden, genauen und zuverlässigen Messgeräts für zu Hause und seine richtige Bedienung sind einfach, wenn die Patienten einige wichtige Tipps befolgen.

Nach einer weiteren kürzlich durchgeführten Studie, die im Journal der American Medical Association (JAMA) veröffentlicht wurde, ist die Blutdruckmessung zu Hause sogar nützlicher als die Messung in der Arztpraxis. Nach Meinung der Autoren der Studie, weist die Blutdruckmessung zu Hause eine größere prognostische Genauigkeit auf als die Messung in der Arztpraxis. Der Blutdruck sollte von Patienten, die wegen Bluthochdruck behandelt werden, regelmäßig zu Hause gemessen werden?

In den Richtlinien der American Heart Association zum Blutdruck steht, dass die Blutdruckkontrolle zu Hause wichtig ist, weil dadurch sowohl der Patient als auch der Arzt über plötzliche Blutdruckänderungen informiert und der Weißkittel-Effekt vermieden wird (dabei steigt der Blutdruck eines Patienten in Anwesenheit eines Arztes von allein an); außerdem kann der Blutdruck häufiger gemessen werden.

Die Auswahl eines einfach zu bedienenden, genauen und zuverlässigen Blutdruckmessgeräts sei einfach, wenn der Patient wisse, worauf er achten müsse, so James Mault, MD, Kardiothorax-Chirurg und Chief Medical Officer bei Aponorm. Sie können den Blutdruck zu Hause mit neuen, leicht zu bedienenden Blutdruckmessgeräten kontrollieren, die ebenso genau sind wie das Gerät Ihres Arztes, betont Dr. Mault.

Zur Auswahl stehen Oberarmmessgeräte, Handgelenkmessgeräte, Geräte mit automatischer Messung oder Geräte, die ein manuelles Aufpumpen erfordern. Es wurde sogar eine neue Technologie entwickelt, bei der drei Blutdruckmessungen hintereinander mit einem Tastendruck möglich sind diese Anzeige ist am genauesten. Es gibt auch Blutdruckmessgeräte, bei denen der Patient jede Blutdruckmessung aufzeichnen und die Werte bei seinem nächsten Arztbesuch vorlegen kann.

Laut Dr. Mault sollten die Patienten bei der Auswahl eines Blutdruckmessgeräts auf drei Dinge achten:

  1. Wählen Sie von der Form her ein Gerät, bei dem Sie die Blutdruckmessung an Ihrem eigenen Arm leicht durchführen können.
  2. Wählen Sie ein Blutdruckmessgerät, das klinisch nach den Kriterien der British Hypertension Society (BHS) zugelassen ist. Achten Sie auf das BHS-Logo an der Verpackung des Blutdruckmessgeräts.
  3. Wählen Sie ein Messgerät, das Ihre Blutdruckmessungen speichert, damit Sie die Werte jederzeit Ihrem Arzt mitteilen können.

Blutdruckmessgeräte der Marke aponorm® by microlife besitzen diese Funktionen und Formen, sind klinisch nach den Kriterien der British Hypertension Society (BHS) zugelassen und weltweit in Apotheken erhältlich. Die BHS ist die international führende Gesellschaft für Blutdruckmessgeräte.

Bei der Messung, so Dr. Mault, sei es wichtig, die Hinweise des Herstellers zur Bedienung des Geräts zu beachten. Außerdem sollten die Patienten nach folgenden einfachen Schritten vorgehen, um eine möglichst genaue Blutdruckmessung zu gewährleisten:

  1. Nehmen Sie ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand, um die Messwerte aufzuschreiben. Einige Blutdruckmessgeräte zeichnen die Messwerte automatisch auf und speichern sie.
  2. Setzen Sie sich ruhig und entspannt hin. Legen Sie den nackten Arm auf einen normalen Tisch oder eine andere Unterlage, wobei die Manschette auf Herzhöhe sein muss.
  3. Legen Sie die Blutdruckmanschette um den Oberarm oder das Handgelenk (je nach Gerätetyp), und befolgen Sie die Hinweise des Herstellers, damit die Manschette gut sitzt und das Gerät richtig bedient wird.
  4. Führen Sie die Blutdruckmessung durch.
  5. Notieren Sie die Messwerte sowie Zeit und Datum der Messung.

Seinen Blutdruck zu kennen kann lebensrettend sein

Alleine in der Schweiz leiden ca. 18 % - 20 % der Bevölkerung, also ca.1,3 bis 1,4 Millionen Menschen (2002) an einer arteriellen Bluthochdruck - Erkrankung, welche ein Hauptrisiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Neben einer krankhaften Erhöhung bestimmter Blut ? Cholesterinwerte, sowie dem Rauchen, erhöht unter anderem eine arterielle Bluthochdruckerkrankung das Risiko an einem Herzinfarkt, an einem Schlaganfall oder an einer chronischen Erschlusserkrankung der Arterien zu erkranken. So sind in den Industrieländern circa die Hälfte aller Todesfälle durch Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bedingt. Da der Blutdruck eine mit dem Puls periodisch wechselnde Größe darstellt, gibt es einen oberen, den sogenannten systolischen, und einen unteren, den sogenannten diastolischen Wert. Diese Werte werden in [mmHg], nämlich "Millimeter Quecksilber" gemessen.

Der systolische Wert sollte 130 [mmHg], der diastolische Wert sollte 85 [mmHg] nicht überschreiten. Werden jedoch in Ruhe dauerhaft für den systolischen Wert 140 [mmHg] und /oder 90 [mmHg] für den diastolischen Wert überschritten, so liegt bereits eine arterielle Bluthochdruckerkrankung vor.

Von entscheidender Bedeutung für die notwendige Früherkennung und für die Kontrolle und Dokumentation einer bereits eingeleiteten Blutdruckbehandlung ist die regelmäßige Messung des Blutdrucks. Während diese Kontrollen noch vor einigen Jahren ausschließlich dem Arzt oder ausgebildeten Fachpersonal vorbehalten war, erlauben heutige moderne Blutdruckselbstmessgeräte die Kontrolle auch zwischen den notwendigen Arztbesuchen.

Experten zufolge ist es sehr wichtig, seinen Blutdruck auch zwischen den Arztbesuchen zu Hause selbst zu messen. "Eine korrekte Blutdruckmessung zu Hause liefert nicht nur aussagekräftige Blutdruckwerte zur Weitergabe an den Arzt, sondern tief greifende Veränderungen können den Patienten auch als Alarmsignal auf schwere akute oder längerfristige gesundheitliche Probleme aufmerksam machen", so Dr. Med. Dipl.-Ing. Klaus Forstner.

Bei der Durchführung der Messung ist wichtig dass tatsächlich ein Ruhewert gemessen wird. Dies ist nur der Fall, wenn nach körperlicher Belastung eine ausreichende Ruhezeit eingehalten wird (mindestens 5 min-10 min) und außerdem keine ablenkende Störung (wie z.B. Sprechen) vorliegt. Während der Messungen sollen alle Bewegungen des Messarms vermieden werden und die Manschette sollte sich in Herzhöhe befinden. Die Größe der Manschette muss an die Oberarmdicke des Anwenders angepasst sein, wozu die meisten Hersteller eine geeignete Manschetten-Auswahl anbieten.

Derzeit sind zwei Technologien verbreitet, mit denen der Blutdruck automatisch und ohne Kanülierung, d.h. non - invasiv, erfasst werden kann. Dies ist zum einen die sogenannte auskultatorische Messung nach Riva - Rocci sowie die sogenannte oszillometrische Technologie. Die auskultatorische Methode basiert auf der Registrierung der Geräusche die entstehen, wenn Blut durch eine graduell im Durchmesser verjüngte Arterie tritt. Eine Manschette komprimiert eine darunterliegende Arterie (z. B: Arteria brachialis) im Verlauf der Messung. Die eingeengte Blutströmung führt zu einer turbulenten Strömung sowie zu arteriellen Wandbewegungen. Beides führt zu akustisch wahrnehmbaren Signalen in Stromrichtung.

Die Ergebnisse von automatischen Blutdruckmessungen sind häufig stark schwankend. Dies führt zu Irritation bei Selbstanwendern, insbesondere wenn diese unter einer Blutdruckbehandlung stehen. Ein neuartiges Verfahren, die sogenannte MAM - Technologie (Microlife Average Mode) Technologie verringert die Schwankungen der Messergebnisse entscheidend, und wird deshalb für die überwiegende Mehrzahl der Selbstanwender empfohlen.

Wiederholungsmessungen sind bei jeder Blutdruckselbstmessung obligat, da diese in ihrem einzelnen Messergebnis schwanken können. Dies gilt sowohl für die ärztliche Messung als auch für die Selbstmessung mittels Blutdruckautomaten. Klinische Blutdruckmessungen werden aus diesem Grunde ebenfalls wiederholt durchgeführt.

Die Einzelmessungen müssen sinnvoll verknüpft werden, indem einzelne Ausreißer erkannt und bewertet werden. Die daraus sich ergebenden mittleren Blutdruckwerte sind dann eine zuverlässige Abschätzung des aktuellen Blutdrucks des Patienten.

Die neueingeführte sogenannte "MAM" - Blutdruck - Technologie führt diese erweiterte Blutdruckuntersuchung in einem sehr vertretbaren Zeitaufwand (typisch 3 [min]) durch. Die Einzelergebnisse werden von Artefakten befreit in dem diese erkannt und nachfolgend zurückgewiesen oder ausgemittelt werden.

Der Einsatz der MAM - Blutdrucktechnologie ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn aus verschiedenen Gründen unzureichend stabile Messergebnisse an einem Patienten vorliegen. Insbesondere bei Patienten unter einer laufenden Bluthochdruckdiagnostik oder - behandlung sind schwankende Messergebnisse irritierend. In diesen Fällen unterstützt der Einsatz der MAM - Technik die Ermittlung des korrekten Blutdruckwerts des Patienten.

Die medizinische Bedeutung der non - invasiven oszillometrischen Blutdruckmessung

Die langfristige pathologische Erhöhung des arteriellen Blutdrucks gehört zu den wesentlichen Risikofaktoren für das Auftreten von arteriellen Gefäßerkrankungen in den Wohlstandsländern. Die chronische arterielle Hypertension birgt das erhöhte Risiko an einer sogenannten "Arteriosklerose", einer Verschlusserkrankung dieser Gefäße, zu erkranken. Diese Verschlusserkrankung birgt das Risiko einen Herzinfarkt oder einen Schlagfanfall, nämlich einen Infarkt des Gehirns zu erleiden.

In den Vereinigten Staaten treten jährlich circa 900000 Myokardinfarkte auf. In Großbritannien erkranken jährlich ca. 225000 Menschen und in Deutschland jährlich ca. 275000 Menschen an dieser akuten Form einer Durchblutungseinschränkung der Koronargefäße. 40 [%] ... 50 [%] dieser Patienten überleben derzeit die ersten 4 Wochen nach dem akuten Infarkt nicht.

In den Vereinigten Staaten erkranken jährlich circa 420000 Menschen an einem Schlaganfall. In Großbritannien sind dieses jährlich ca.100000 Patienten und in Deutschland jährlich circa 125000 Patienten. Infolge dieses cerebralen Insults sind circa 50 [%] dieser Patienten nicht mehr in der Lage, eine mögliche Beruftätigkeit nicht mehr ausüben.

Bezüglich der gesamten Mortalität in den Ländern der westlichen Welt, machen die beiden genannten Erkrankungen circa 45 [%] aller Todesfälle aus.

Neben der Notwendigkeit die Cholesterinkonzentrationen des Bluts innerhalb der bekannten Normalbereiche zu halten sowie das Rauchen gänzlich zu unterlassen, stellt die Vermeidung eines arteriellen Bluthochdrucks eine relevante Senkung des Risikos dar an einer arteriellen Verschlusserkrankung zu erkranken. Die arterielle Bluthochdruck - Erkrankung ist jedoch sehr häufig.

Die Prävalenz bezüglich einer arteriellen hypertensiven Erkrankung beträgt in den Wohlstandsländern über alle Altergruppen gemittelt ca. 20 [%]. Dies bedeutet, dass jeder fünfte Einwohner dieser Länder statistisch an einer Bluthochdruckerkrankung leidet. In den Vereinigten Staaten sind dies 56 Millionen Menschen, in Großbritannien betrifft dies 13 Millionen Patienten und in Deutschland 16 Millionen Menschen.

Glücklicherweise bietet die moderne Medizin eine Anzahl therapeutische Möglichkeiten mit dem in der Regel ein diagnostizierter Bluthochdruck behandelt werden kann. Diese beinhalten diätetische Maßnahmen, Aspekte der Lebensführung wie körperliche Aktivität, pharmakologische Therapeutika sowie bei bestimmten Formen des Bluthochdrucks, chirurgische Maßnahmen. Zunächst jedoch erfordert die Diagnose eines möglichen Bluthochdrucks, sowie die Überwachung eines grenzwertigen oder zu behandelnden Bluthochdrucks grundsätzlich eine geeignete Messung des arteriellen Blutdrucks.

Diese Diagnostik kann in wenigen Fällen ausschließlich in der Arztpraxis erfolgen. In vielen Fällen ist dies jedoch nicht regelmäßig möglich. Eine Vielzahl von Patienten können aufgrund Ihrer beruflichen und sozialen Lebenssituation nicht hinreichend häufig eine Messung innerhalb einer Arztpraxis durchführen. Weiter ist der vom Arzt erfasste Wert in bestimmten Fällen artifiziell erhöht, was eine Folge eines sogenannten "Weißkittel - Effekts" ist. Betroffene Patienten reagieren in der besonderen Situation der ärztlichen Kontrolle mit einer nicht den tatsächlichen Ruhewerten entsprechenden Blutdruck - Erhöhung.

Da Blutdruckwerte tageszeitlich variieren, sind bei behandelnden Bluthochdruck-Patienten in bestimmten Fällen innerhalb eines Tages mehrere Messungen erforderlich, um die tageszeitlichen Veränderungen zu erkennen und insbesondere die Wirksamkeitsdauer einer gegebenen Behandlung abzuschätzen. Diese Messungen sind in der Regel vom Arzt unabhängig durchzuführen. Die Blutdruckmessung muss deshalb am Arbeitsplatz des Patienten oder in der häuslichen Umgebung erfolgen. Die daraus folgenden Messergebnisse sollten von den Patienten jedoch dokumentiert werden und dem behandelnden Arzt vorgelegt werden.

Derzeit sind zwei Technologien verbreitet, mit denen der Blutdruck automatisch und ohne Kanülierung, d.h. non - invasiv, erfasst werden kann. Dies ist zum einen die sogenannte auskultatorische Messung nach Riva - Rocci sowie die sogenannte oszillometrische Technologie. Die auskultatorische Methode basiert auf der Registrierung der Geräusche die entstehen, wenn Blut durch eine graduell im Durchmesser verjüngte Arterie tritt. Eine Manschette komprimiert eine darunter liegende Arterie (z. B: Arteria brachialis) im Verlauf der Messung. Die eingeengte Blutströmung führt zu einer turbulenten Strömung sowie zu arteriellen Wandbewegungen. Beides führt zu akustisch wahrnehmbaren Signalen in Stromrichtung.

Die überwiegende Mehrzahl kommerzieller auskultatorischer Blutdruckmessgeräte erfordert eine manuelle Messung. Dies bedeutet, dass der Patient mittels einem Stethoskop die während der Messung auftretenden Strömungsgeräusche selbst auskultiert und interpretiert. Mit dem Beginn der hörbaren Geräusche ist die Systole, mit dem (abrupten) Ende der hörbaren Geräusche ist die Diastole festgelegt.

Diese Methode erfordert jedoch einen erheblichen Umfang an Übung und Erfahrung. Ist die Perfusion in der zu messenden Arterie erniedrigt, - z.B. bei hypotonen Blutdrücken -, ändern die Auskultationsgeräusche Ihre Lautstärke und Ihre Schallcharakteristik. Die korrekte Lage des Stethoskops hängt außerdem von der Manschettenposition und der anatomischen Lage der komprimierten Arterie ab. Zum anderen leiden sehr viele ältere Blutdruckpatienten an dem bereits physiologisch auftretenden altersbedingten Hörverlust, der die korrekte Zuordnung der Auskultationstöne erheblich erschweren kann.

nsgesamt ist die deshalb die manuelle auskultatorische Methode nur von geübten Patienten unter Erhaltung einer ausreichenden Hörfähigkeit durchführbar.

Sehr viel günstiger ist das Verhalten der automatischen auskultatorischen Blutdruckmessgeräte einzuschätzen, bei welchen die Erfassung der Auskultationstöne durch eine Mikrophon - Messung erfolgt. Die Methode liefert bei korrekter Anwendung eine gute Korrelation zur ärztlichen Messung ist jedoch erheblich störempfindlich gegen Nebengeräusche. Bereits geringe Bewegungen der Patienten im Messablauf führen zu fehlerhaften Geräuschen, die den Messablauf stören können.

Seit circa 1990 wurde in nennenswertem Umfang die oszillometrische Technologie in den Markt der Heimblutdruck - Messung eingeführt. Diese Technologie basiert ebenfalls darauf, dass eine Manschette um eine Extremität angelegt wird und die darunter liegende Arterie komprimiert wird. Während für die auskultatorische Messung ausschließlich der Oberarm- und, - in der klinischen Anwendung -, der Oberschenkel als Messort zur Verfügung steht, kann die oszillometrische Messung ebenfalls am Handgelenk mit guter Genauigkeit appliziert werden. Die Genauigkeit gegenüber der auskultatorischen ärztlichen Referenzmethode ist dennoch am Oberarm höher zu bewerten als am Handgelenk.

Wie bei automatischen auskultatorischen Blutdruckmessgeräte ist auch bei oszillometrischen Blutdruckmessgeräten eine Erfassung von Messsignalen durch den Patienten nicht erforderlich. Damit ist die Messung patientenfreundlich und einfach durchführbar. Die Messsignale sind im Gegensatz zu auskultatorischen Geräten jedoch keine akustischen Signale, sondern Druckschwankungen in der Manschettenblase, welche aus dem Durchtreten von pulszyklischen Blutpulsen in der komprimierten Arterie unter der Manschette entstehen. Diese Druckschwankungen sind dem Blasendruck überlagert und können gemeinsam mit diesem im Ablauf der Messung erfasst werden.

Eine zusätzliche Mikrophon - Erfassung akustischer Signale entfällt bei der oszillometrischen Methode gänzlich. Die Geräte sind deshalb insgesamt konstruktiv weniger aufwendig.

Gegenüber der manuellen auskultatorischen Methode entfällt gänzlich die Notwendigkeit der Übung und Erfahrung bezüglich der eigenen Erfassung von Messsignalen. Außerdem ist der Patient nicht gefordert die Zuordnung von Pulssignalen zu den Messergebnissen Systole und Diastole zu treffen. Diese Anforderungen werden gänzlich von automatischen oszillometrischen Messgeräten übernommen.

Die Messung ist auch an Patienten mit einer Einschränkung der Hörfähigkeit anwendbar.

Grundsätzliche patientenseitige Vorbedingungen sind bei Blutdruckmessungen jedoch zu erfüllen. Dies gilt auch für oszillometrische Blutdruckmessungen:

  • Jede Messung hat in einer ausreichenden körperlichen und psychischen Ruhebedingung des Patienten zu erfolgen.
  • Bewegungen, insbesondere des Messarms sowie Sprechen müssen während des Messablaufs gänzlich vermieden werden.
  • Die Manschette muss sich in Herzhöhe des Patienten befinden.

Mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts sind eine Vielzahl oszillometrischer Blutdruckmessgeräte auf dem Markt zu finden. Insgesamt ist die Aussage zu treffen, dass diese Geräte im Durchschnitt mit guter Genauigkeit für eine Selbstmessung des Patienten herangezogen werden können.

Natürlich bestehen bei diesen Geräteausführungen Genauigkeits- und Handhabungsunterschiede, die eine Folge des herstellerspezifischen Aufbaus dieser Geräte sind. Dies betrifft vor allem:

  • Die Unterdrückung von Bewegungsartefakten
  • Die Fähigkeit bei Änderungen der Herzfrequenz im Messablauf (z.B. bei Arrhythmien) hinreichend genau zu messen
  • Die Messung an Patienten mit geringer Perfusion durchzuführen
  • Die Genauigkeit von Blutdruckmessergebnissen bei sehr hohen (hypertonen) und sehr nierdrigen (hypotone) Blutdrücken.

Häufigste Fehlerursache bei Heimblutdruckmessungen ist der Sachverhalt, dass Patienten nicht abwarten bis sie in einem ausreichenden Ruhezustand sind. Dies erfordert in der Regel 5 [min] bis 10 [min] Ruhe- und Entspannungszeit.

Wird diese Bedingung verletzt, treten bei wiederholenden Messungen Messabweichungen auf, die den Patienten irritieren und vom Arzt nicht nachvollzogen werden können. Diese Messabweichungen sind jedoch NICHT Folge eines fehlerhaften Blutdruckmessgeräts, sondern eine Folge der unzureichenden Messvorbereitung.

Da Blutdruckmessungen im Verlauf des Tages schwanken sollten bei einer Blutdrucküberwachung grundsätzlich Mehrfachmessungen am Tage durchgeführt werden. Diese Messungen sollten in einem Blutdruckpass mit Datum und Uhrzeit dokumentiert werden und dem behandelnden Arzt zur Einsicht vorgelegt werden.

Weiterhin ist es dringend zu raten, dass jedes aktuelle Blutdruckmessergebnis durch eine Anzahl von 2 - 3 Wiederholungsmessungen abgesichert wird, um kurzzeitige, zufällige Schwankungen auszuschließen. Damit wird die Präzision von Einzelmessungen erhöht.

Zusammenfassung:

Die derzeit zur Verfügung stehende oszillometrische Blutdruckmessung ist zur Prävention sowie zur Kontrolle von grenzwertigen und behandelten Blutdruck - Patienten geeignet. Die Messung ist bei sorgfältiger Durchführung der Methodik insgesamt, - jedoch geräte- und messortsabhängig -, als klinisch zuverlässig zu bewerten.

Die medizinische Bedeutung der Kenntnis des aktuellen Blutdruckwerts von Patienten, welche Ihre Blutdruckwerte ausreichend dokumentieren, ist bei korrekter Messdurchführung sehr hoch. Sie wird durch die bestehenden technologischen Einschränkungen oszillometrischer Blutdruckmessgeräte nicht wesentlich eingeschränkt.

Klaus Forstner
Physician, M.D. cd
Dipl.-Ing.

Forschungsinstitut für klinische Medizintechnik
Silberhälden 6
D - 71732 Tamm Germany

Tamm, May 16th, 2002

Nach oben

Blutdruckselbstmessung: Wiederholungsmessungen sind entscheidend

Die Ergebnisse von automatischen Blutdruckmessungen sind häufig stark schwankend. Dies führt zu Irritation bei Selbstanwendern, insbesondere wenn diese unter einer Blutdruckbehandlung stehen. Ein neuartiges Verfahren, die sogenannte MAM - Technologie (Microlife Average Mode) Technologie verringert die Schwankungen der Messergebnisse entscheidend, und wird deshalb für die überwiegende Mehrzahl der Selbstanwender empfohlen.

I. Ursachen für Schwankungen bei Messergebnissen

1. Der Blutdruck schwankt mit jedem Herzschlag

Der Blutdruck ist keine feste Größe, sondern ändert seinen Wert mit jedem Herzschlag. Dies gilt auch im Ruhezustand. Sowohl der obere Blutdruckwert (systolischer Blutdruck) als auch der untere Blutdruckwert (diastolischer Blutdruck) schwanken um 5 [mmHg] ... 10 [mmHg] mit jedem Herzschlag auch beim Gesunden. Bei bestimmten Erkrankungen sind diese Schwankungen wesentlich höher.

2. Mangelnde Kreislauf - Ruhe

Dies ist der häufigste Anwendungsfehler bei Blutdruck-Selbstmessungen. Ist der Kreislauf noch nicht im Ruhezustand, ändern sich der systolische und der diastolische Blutdruck sowie die Pulsfrequenz charakteristisch auf die Ruhewerte zu. Während dieser Änderung erfasst der Anwender falsche Werte! Vor Beginn einer Messung ist deshalb eine Ruhezeit von mindestens 5 [min] einzuhalten.

3. Artefakte im Messablauf

Willkürliche Bewegungsartefakte, Muskelzuckungen, Husten, Niesen sowie psychische Anforderungen wie Sprechen, Zuhören und Beobachten (TV) können zu einer Verfälschung des Messergebnisses einer Blutdruckmessung führen. Sie sollte deshalb unter Abschirmung in vollkommener Ruhe durchgeführt werden.

4. Unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmien)

Störungen des regelmäßigen Herzschlags können Messergebnisse verfälschen oder eine Messung gänzlich unmöglich machen. Diese Störungen des Herzschlags können ohne Bemerken des Selbstanwenders auftreten.

II. Maßnahme zur Verringerung der Messwert - Streuung: MAM - Technologie

Die genannten Messwertveränderungen sind durch eine Mehrfachmessung mit einer nachfolgenden Mittelwertbildung in ihrem Einfluss auf das Messergebnis reduzierbar. Diese Technologie wird MAM - Technologie genannt. Dabei werden nicht eine, sondern mindestens drei Messungen mit einem zeitlichen Abstand von jeweils ca.¾ [min] durchgeführt. Bei nachhaltigen Störungen des Messablaufs, z.B. nach einer versehentlich erheblichen Bewegung des Anwenders wird automatisch eine weitere Wiederholungsmessung durchgeführt. Ebenso werden erhebliche Messabweichungen bei einem Ausreißer durch eine Wiederholungsmessung geprüft.

Insgesamt werden in der Regel drei (maximal fünf) Messungen mit einer typischen Messzeit von maximal circa 3 [Minuten] durchgeführt.

III. Zusammenfassung:

Wiederholungsmessungen sind bei jeder Blutdruckselbstmessung obligat, da diese in ihrem einzelnen Messergebnis schwanken können. Dies gilt sowohl für die ärztliche Messung als auch für die Selbstmessung mittels Blutdruckautomaten. Klinische Blutdruckmessungen werden aus diesem Grunde ebenfalls wiederholt durchgeführt.

Die Einzelmessungen müssen sinnvoll verknüpft werden, indem einzelne Ausreißer erkannt und bewertet werden. Die daraus sich ergebenden mittleren Blutdruckwerte sind dann eine zuverlässige Abschätzung des aktuellen Blutdrucks des Patienten.

Die neueingeführte sogenannte "MAM" - Blutdruck - Technologie führt diese erweiterte Blutdruckuntersuchung in einem sehr vertretbaren Zeitaufwand (typisch 3 [min]) durch. Die Einzelergebnisse werden von Artefakten befreit in dem diese erkannt und nachfolgend zurückgewiesen oder ausgemittelt werden.

Der Einsatz der MAM - Blutdrucktechnologie ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn aus verschiedenen Gründen unzureichend stabile Messergebnisse an einem Patienten vorliegen. Insbesondere bei Patienten unter einer laufenden Bluthochdruckdiagnostik oder - behandlung sind schwankende Messergebnisse irritierend. In diesen Fällen unterstützt der Einsatz der MAM - Technik die Ermittlung des korrekten Blutdruckwerts des Patienten.

Klaus Forstner
Physician, M.D. cd
Dipl.-Ing.

Forschungsinstitut für klinische Medizintechnik
Silberhälden 6
D - 71732 Tamm Germany

Tamm, May 16th, 2002

Nach oben

Testen Sie Ihr persönliches  Bluthochdruck-Risiko!
Kleiner Test – große Wirkung.
Checken Sie kostenlos mit ein paar wenigen Klicks wie hoch Ihr Bluthochdruck-Risiko ist.
JETZT TESTEN!